Freitag, 15. August 2008

MM = Mitarbeiter-Model


Immer mehr Firmen gehen dazu über, ihre Mitarbeiter für Werbezwecke zu verpflichten. Das spart Geld und Zeit und der talentierte Mitarbeiter bekommt ganz nebenbei, quasi nach der Arbeit die Chance, Überstunden zu machen und eventuell entdeckt zu werden.

In Obi, zum Beispiel. Da ist .. da wird in einer Größenordnung gesungen, die den Fischer-Chören entspricht. Nicht etwa „Am Brunnen vor dem Tore, da fehlt der Uhunterbau“, was den Hobbybastler nur dazu anstiften würde, statt dessen einen Starenkasten zu bauen. Mit „We will rock you“ wird auf den Putz gehauen, aber Hallo. Das kommt bei den Leuten an und nicht so ein Volkslied-Sing-Sang.

Zur Zeit soll sogar das Gerücht die Runde machen, dass ein Musical in der Planung ist. Schauplatz – die eigenen Hallen natürlich.

Apropos Halle. Gibt es eigentlich noch Wal-Mart? Die Mädels in den Prospekten waren ja auch nie so richtig zart. Und was ist aus dem Tenor der Telekom geworden? Wie es heißt, macht sich der Telekom-Chef immer noch Sorgen.

Besonders kreativ sind die Friseure. Kaum ein Friseurgeschäft, dass die Hilfe einer Agentur benötigt. „Love is in the Hair“, wird zwar nicht im bzw. vom Team gesungen, aber vom Team-Leiter, mit Verzicht auf die Tonleiter (haha), in großen geschwungenen Buchstaben auf die Schau-Fensterscheibe geklatscht. Und die Kunden - sind begeistert und klatschen mit.

Applaus auch für Herrn Deichmann. Mal schau´n , mit welchem Song er seine Verkäufer nach Feierabend auf die Kundschaft hetzt. Bestimmt nicht mit dem Hetzlied „Ich bin nur eine Verkäuferin, in einem Schuhladen mit 400 Euro im Monat“. Wenn das nämlich der KiK hört, der ja auch so günstig sein soll, dann trickst er sie alle mit Trikot´s für den BVB aus und die VFELfer müssen dumm aus der Qualitäts-Wäsche von Herrn Trigema gucken, der keine Reklame für sich macht. Auf jeden Fall nicht nach Acht. Na gut, machen vielleicht schon, aber nicht singen. Wie würde das auch aussehen, wenn ein sportlicher, junger Mitarbeiter in grauen angerauten Unterhosen und Achselhemd vor die Kamera tritt und „Ich bin Bernd, der deinen Namen trägt“ singt.

Na ja, der Trend geht nun mal in Richtung „Do it yourself“. Lass sie ruhig mal machen - dann haben wir wenigstens was zu lachen.

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