...lese bloß nicht den Beipackzettel
Der Beipackzettel ist für meine Begriffe die reinste Verschwendung. Kaum hat man einen Tabletten-Streifen der Schachtel entnommen, bekommt man diesen nicht wieder hinein, ohne an allen Ecken und Kanten anzuecken.
Der unerhörten Verzettelung sollte endlich der Garaus gemacht werden, indem man den unverständlichen Wisch einfach weglässt. Ausgenommen die Einnahmevorschrift. Wichtig wie sie ist, findet die Anweisung sicherlich ausreichend Platz auf der Schachtel. Aber nein – unauffällig (unauffälliger geht’s gar nicht) ist sie untergebracht, auf einem Beipackpapier, welches die Kunst der japanischen Falttechnik offenbar in den Schatten stellen soll.
Also ich fände es wirklich toll, wenn das „Origame“ (paradoxe Spiel mit dem Beipackzettel) endlich der Vergangenheit angehören würde und ganz nebenbei tonnenweise Papier und Geld einspart wird.
Nicht nur, dass man sich auf die Einnahmevorschrift beschränken könnte, wenn man wollte, kann man sich die angsteinflößende Aufklärung über Nebenwirkungen sparen. Kein Mensch, schon gar nicht ein halbwegs gesunder, möchte auf Risiken aufmerksam gemacht werden, wo allein beim Lesen Lähmungserscheinungen auftreten - auch vor Furcht über das, was da noch kommen mag.
Außerdem sei angezeigt, liebe Beipackzettelbeipacker, dass der Heilerfolg durch die Unheil-Anzeige garantiert ausbleibt. Wer mag schon Medizin einnehmen bzw. annehmen von einem Mediziner, zu dem das Vertrauen wegen eines „Zettels“ total zerrüttet ist, den „Ihr Euch“ knicken könnt.
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