Dienstag, 18. November 2008

Alexander Schneckerich

Es war einmal ein kleiner Schneckerich. Recht glitschig erblickte der winzige Schneckenjunge das Licht des Lebens und kaum, dass ihm eines der kleinen Hörner stand, was ihm wirklich gut stand, verließ er aalglatt, ohne ein Wort des Abschieds, das elterliche Schneckenhaus.

Von da gings, oh Graus, den am Boden kriechenden Mädels an die Subtanz. In seiner schmierigen Art, die ihm mit in die Wiege gelegt wurde, schleimte Alexander sich an jede Schnecke heran, die ihm über den Weg lahmte.

Jedes Mal, bevor der ausbaldooferte Schneckerich sich über eine Schneckendame hermachte, zum Koitieren, beschnupperte er sie auf eine schamlose Art, welche der Weichtierart absolut nicht entspricht.

Einer rassigen Schlammschnecke, der die Unart des schmierigen Schneckenmannes zu Fühler gekommen war, wollte die Beleidigung an ihre Artgenossinnen nicht länger hinnehmen. Über ihre Freundin, einer Posthornschnecke, ließ sie im gesamten Schneckenreich verkünden, dass dem widerlichen, ekligen und schleimigen Alexander Schneckerich das Aus angesagt ist. „Ins Exil mit Alex“, schnalzte eine kleine frischge..schneckte Weinbergschnecke. Auch die anderen Jungfern von Nah und Fern, noch unter Schock, waren ad hoc, also absolut dafür, dass man dem Alex sein Schniedel abschniedeln muss. Besonders die süße Achatschnecke offenbarte sich erhitzt, über das Horn, welches Alex ihr als Blasinstrument verkaufen wollte. „Dieser Schuft“, lamentierte das niedliche Tierchen, „in den höchsten Tönen habe ich geblasen und alles was dabei herausgekommen ist, war Mist.“

Alexander, dem die Verächtlichkeiten der Schneckendamen, insbesondere aus dem Munde der Schnirkel- und der großen Heideschnecken, äußerst stark unter die Hornhaut gingen, suchte aus eigenem Antrieb das Weite. Wenn auch schleppend, machte er sich auf den Weg, zu seiner Mama nach Hause…

…und die wartete schon darauf, ihren Alexander endlich unter die Schnecken-Haube zu bringen, mit einer schnuckeligen Schlundsackschnecke.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann hält das Schlundsackschneckchen immer noch den Schlund…, oops, … das, was ihr Name verspricht;-))



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